Lexikon

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C

Cetanzahl

Eine zentrale Anforderung an Dieselkraftstoff ist die Zündwilligkeit. Da Dieselmotoren im Unterschied zu Ottomotoren keine Zündkerzen besitzen, muss das Luft/Kraftstoff-Gemisch die Verbrennung ohne Zündfunken beginnen. Diese Eigenschaft des Dieselkraftstoffs wird ähnlich wie bei Ottokraftstoff in einem Testmotor untersucht. Der Vergleich der Zündwilligkeit mit Referenzkraftstoffen ergibt dann die so genannte Cetanzahl.

(Quelle: Mineralölwirtschaftsverband e.V.: Aus der Sprache des Öls, 2001)

Clausanlage

In der Clausanlage wird der während der Entschwefelung entstandene Schwefelwasserstoff zu reinem Schwefel umgesetzt.

(Quelle: Mineralölwirtschaftsverband e.V.: Aus der Sprache des Öls, 2001) 

Cracken (to crack = aufbrechen)

Unter Cracken versteht man das Spalten von Kohlenwasserstoffmolekülen. Bei Temperaturen über 360 °C beginnen die Kohlenwasserstoffmoleküle in so starke Schwingungen zu geraten, dass sich Bindungen zwischen den Kohlenstoff-Atomen lösen und Kohlenwasserstoffverbindungen mit kürzerer Kettenlänge entstehen. Es gibt mehrere Crack-Verfahren:

  • Thermisches Cracken wandelt bei hohen Temperaturen und unter Druck schwer siedende Kohlenwasserstoffe (z. B. schweres Heizöl) in leicht siedende (z. B. Benzine und Mitteldestillat) um.

  • Katalytisches Cracken dient dem gleichen Zweck wie das thermische Cracken, nur geht hier der Spaltvorgang in Gegenwart eines feinen staubförmigen Katalysators (z. B. Hydrosilikate) schonender vor sich. Dadurch kann etwa bei Atmosphärendruck und mit niedrigeren Temperaturen gearbeitet werden.

  • Hydrocracken ist ein katalytisches Spaltverfahren in Gegenwart von Wasserstoff und bei einem Druck von etwa 100 Atmosphären. Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass man je nach Katalysator und Betriebsbedingungen das Ausgangsmaterial fast ausschließlich in Benzin oder vorwiegend in Dieselkraftstoff und leichtes Heizöl verwandeln kann. Hoher Wasserstoffbedarf und hoher Druck machen das Verfahren sehr aufwändig.

(Quelle: Mineralölwirtschaftsverband e.V.: Aus der Sprache des Öls, 2001)

D

Destillation

Destillation ist ein Stofftrennungsverfahren, bei dem zwei oder mehr Stoffe voneinander getrennt werden. Das Stoffgemisch aus den Stoffen wird dabei so weit erhitzt, dass der Bestandteil, der entfernt oder gewonnen werden soll, verdampft, während der Rest zurückbleibt. Der Dampf wird aufgefangen und kondensiert. Bei der fraktionierten Destillation werden Gemische mehrerer verdampfbarer Stoffe mit verschiedenen Siedepunkten zerlegt, indem die gesamte Mischung zunächst verdampft und danach abgekühlt wird. Im Falle von Rohöl wird dieses entsprechend den Siedebereichen in seine Hauptbestandteile Gas, Rohbenzin, Gasöl sowie Rückstand zerlegt. Diese Bestandteile heißen Fraktionen. Der Rückstand wird in der so genannten Vakuumdestillation bei Unterdruck nochmals destilliert. Hier wird das Einsatzprodukt für die Bitumenanlage gewonnen.

E

Entschwefelungsanlage

Als Entschwefelung bezeichnet man die Herausnahme von Schwefel aus Mineralölprodukten mit Hilfe von Wasserstoff und Katalysatoren. Der Schwefel fällt dabei als Schwefelwasserstoffgas an, das in Clausanlagen zu reinem festen Schwefel umgesetzt wird. Dieser wird an die chemische Industrie abgegeben. Er wird dort u. a. zur Herstellung von Schwefelsäure verwendet.

(Quelle: Mineralölwirtschaftsverband e.V.: Aus der Sprache des Öls, 2001)

H

Hydrofiner

Das Hydrofiningverfahren wird im Allgemeinen zur Entschwefelung von Mitteldestillaten benutzt. Der Name bezieht sich auf die Verfeinerung bzw. Endbehandlung eines Produktes mit Wasserstoff (lateinisch: Hydrogenium) in Gegenwart eines Katalysators. Die katalytische Entschwefelung mit Wasserstoff ist der Mineralölindustrie erst wirtschaftlich möglich geworden, nachdem ihr durch das katalytische Reformieren Wasserstoff in ausreichender Menge zur Verfügung steht.

(Quelle: Mineralölwirtschaftsverband e.V.: Aus der Sprache des Öls, 2001)

K

Katalytische Crackanlage

Siehe Cracken

M

Mitteldestillate

Mitteldestillate sind Mineralölprodukte, die bei der Rohöldestillation im „mittleren“ Siedebereich (180 °C bis 360 °C) gewonnen werden. Zu ihnen gehören vor allem leichtes Heizöl und Dieselkraftstoff, aber auch Flugturbinenkraftstoff und Petroleum.

(Quelle: Mineralölwirtschaftsverband e.V.: Aus der Sprache des Öls, 2001)

O

OATS-Anlage

Olefinic Alkylation of Thiophinic Sulphur = Olefinische Alkylierung von Thiophen-Schwefel
Hier handelt es sich um eine spezielle Entschwefelungsanlage. Das OATS-Verfahren reduziert die Sättigung der Olefine auf ein Minimum. Dabei wird ein proprietärer Katalysator verwendet, der Thiophene und Mercaptane mit Olefinen reagieren lässt, wobei Substanzen mit einem Siedepunkt von 200 °C entstehen. Die OATS-Anlage entschwefelt leichte Crack-Benzine. Sie produziert schwefelfreie Kraftstoffkomponenten.

Oktanzahl

Bei der Bestimmung der Klopffestigkeit wird ein besonderer Einzylinder-Prüfstandsmotor verwendet. Je nach Arbeitsbedingungen liefert er die ROZ (Research-Methode) oder die MOZ (Motor-Methode). Alle Einzelheiten des Messverfahrens sind in DIN 5 1 756 (DIN-Normen für Mineralöl) festgelegt. Beide Oktanzahlen charakterisieren unterschiedliche Kraftstoffeigenschaften, die MOZ ist insbesondere ein Hinweis auf das Hochgeschwindigkeits-Klopfverhalten. Die ROZ ist in Deutschland durch die Norm DIN EN 228 (Ottokraftstoff) für Normalbenzin auf mindestens 91, für Superbenzin auf mindestens 95 und für Super Plus auf mindestens 98 festgelegt.

(Quelle: Mineralölwirtschaftsverband e.V.: Aus der Sprache des Öls, 2001)

Olefine

Olefine (Alkene) ist ein Sammelausdruck für „ungesättigte“ Kohlenwasserstoffe, in denen mindestens zwei Wasserstoffatome durch eine zusätzliche Bindung zwischen zwei ohnehin miteinander verbundenen Kohlenstoffatomen (Doppelbindung) ersetzt wird. An dieser Doppelbindung geht das Molekül besonders leicht Reaktionen ein, was in vielen Mineralölprodukten die Lagerstabilität negativ beeinflusst. Die einfachsten Olefine (Ethylen, Propylen) werden aus Rohbenzin von der Petrochemie als Ausgangsstoffe
für die vielfältigen Synthesen hergestellt.

(Quelle: Mineralölwirtschaftsverband e.V.: Aus der Sprache des Öls, 2001)

T

Thermische Crackanlage

Siehe Cracken

V

Vakuumdestillation

Bei der Rohöldestillation wird Rohöl unter Atmosphärendruck destilliert. Dabei werden alle Bestandteile des Rohöls (Gas, Benzin, Petroleum und Gasöl) gewonnen, soweit ihr Siedepunkt unter der Arbeitstemperatur von etwa 370 °C liegt. Bei höherer Erwärmung würde sich das Rohöl zersetzen. Die Gewinnung weiterer Destillate erfolgt bei nur geringfügig erhöhter Temperatur, jedoch bei deutlich abgesenktem Druck (Vakuum). Als leichteste Fraktion wird Vakuumgasöl gewonnen, die schwereren Fraktionen werden entweder zur Herstellung von Schmieröl oder als Einsatz für Crackanlagen verwendet.

(Quelle: Mineralölwirtschaftsverband e.V.: Aus der Sprache des Öls, 2001)